Hans Steinhagen

 "Max Robitzsch – Polarforscher und Meteorologe"     



Hans Steinhagen, 1939 in Neubrandenburg geboren. Von 1975 bis 2004 am Observatorium Lindenberg in der meteorologischen Forschung tätig. Anschließend Beschäftigung mit wissenschaftshistorischen Forschungen der Meteorologie.
Veröffentlichungen: "Der Wettermann" (2005)
"Biografien der Leiter des Meteorologischen Observatoriums Lindenberg von 1905 bis 2005";
2007 Pauluspreis für die beste wissenschaftshistorische Arbeit zur Meteorologie im deutschsprachigen Raum.








Das Geheimnis der Karpfenteiche. Ein Märchen aus Booßen


Max Robitzsch war ein herausragender Meteorologe in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und ein Polarforscher, der gemeinsam mit Kurt Wegener 1912 das erste deutsche Observatorium auf Spitzbergen errichtete.
Die vorliegende Biografie zeigt das Wirken eines Meteorologen im Spannungsfeld der Zeitgeschichte. Darüber hinaus gewährt sie neue Einblicke in die Geschichte der Aerologie und des Lindenberger Observatoriums bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.


Hans Steinhagen: Max Robitzsch – Polarforscher und Meteorologe. mit zahlr. Abbildungen, Festeinband, 200 Seiten, Format 13,5 x 20 cm
ISBN 978-3-939960-06-5 Preis 16,80 Euro


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Leseprobe
Rezensionen

Max Robitzsch wird am 2. Februar 1887 in Höxter als Sohn eines Lehrers geboren.
1905–1910 Studium der Physik, Mathematik und Zoologie, Biologie, Astronomie, Meteorologie und Klimatologie und Promotion.
1910 Wissenschaftliche Ballonfahrt mit Alfred Wegener, 1912–1913 Spitzbergenexpedition
1919–1935 Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Observator und Professor am Aeronautischen Observatorium Lindenberg
1928 Habilitation, 1935–1945 Tätigkeit im Reichsamt für Wetterdienst
1948–1950, nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft, Direktor des Aerologischen Observatoriums Lindenberg.
1952 stirbt Max Robitzsch



aus dem Inhalt:

Kindheit und Jugend in Höxter
Licht und Schatten – Früh übt sich, wer ein Meister werden will – Jugendliche Passionen

Studienjahre
Thüringischer Auftakt – In der Metropole – In der Provinz

Assistent in Marburg
Begegnung mit Alfred Wegener – Eine wissenschaftliche Ballonfahrt – Dienst bei Franz Richarz

Abenteuer Spitzbergen
Initiativen Hergesells – Das Angebot – Mit der Poseidon in die Arktis – Ein Observatorium entsteht – Hohe Schule der Polarforschung – Funkstation mit Problemen – Geheimnisvolle Temperaturschwankungen – Rätsel der polarenLüfte – Licht am Polarhimmel – In der Eishöhle – Observatoriumsalltag – Unstern über Schröder-Stranz – Zwei Forscher in der Polarnacht – Theorie und Praxis – Vom Scheitern einer Expedition

Krieg und Frieden
Maschinenhilfsbremser in Lindenberg – Kriegsdienst – Herzensangelegenheiten

Am Observatorium Lindenberg
Villa Caecilie – Der Robitzsch – Vom Handwerk eines Meteorologen – Vom Wesen des Wasserdampfes – Habilitation mit Hindernissen – Urlaub auf Helgoland – Stüve und Robitzsch – Tod eines Freundes – Lindenberger Allerlei – Postenschacher

Zwischen Hörsaal und Amt
Abschied von Lindenberg – Hochschullehrer mit Passion – Aerologie auf Abwegen – Im Amt – Kriegszeiten

Niedergang und Neubeginn
Schuldfragen – Hinter Stacheldraht – Am Ziel? – Berufung – Was bleibt?



Leseprobe:

Im Februar 1914 wurde Max Robitzsch von Hergesell nach Straßburg eingeladen und reiste dort in dem Glauben hin, dass es um die Auswertung der Messergebnisse der Spitzbergenexpedition 1912 bis 1913 ginge. Aber Hergesell erkannte aus der Ferne, dass Max R. sich den Expeditionsaufgaben mit Herz und Seele gewidmet hatte und als Leiter einer Folgeexpedition bestens geeignet war. So übertrug er ihm die Leitung des Observatoriums Ebeltofthafen für die Überwinterung 1914 bis 1915. Der wissenschaftliche Assistent Friedrich Herath und zwei technische Hilfskräfte gehörten zur Mannschaft.

In den nun folgenden Wochen widmete sich Max R. ganz der Vorbereitung dieser Expedition. Er wollte alle Fehler und Pannen, die bei einer solchen Expedition auftreten können, vermeiden und ging mit äußerster Sorgfalt vor. Insgesamt wurden 380 Expeditionskisten versandfertig gemacht und so berichtete er stolz: Ich kann sagen, dass zur Ausrüstung nicht eine Schraube gefehlt hat.
Anfang Juli 1914 versammelten sich Max R., F. Herath und K. Wegener bei Hergesell in Lindenberg, um die wissenschaftlichen Ziele der Expedition zu besprechen. Mit großer Hoffnung ging er mit F. Herath am 20.7.1914 in Bremerhaven an Bord des Lloyddampfers Prinz Friedrich Wilhelm und hielt dies für den Auftakt seiner zweiten Spitzbergenexpedition. Jedoch erhielt der Dampfer am 1.8.1914 kurz vor seinem Ziel in der Crossbai den Befehl zur Heimkehr. Der erste Weltkrieg war ausgebrochen.

Erwartungsvoll hatte Max R. sein Observatorium bereits aus der Ferne vom Vorderdeck aus gesichtet. Als das Schiff zum Wendemanöver in der Crossbai stoppte, eilte er zum Kapitän, der ihn über den soeben eingetroffenen Befehl informierte. Wie betäubt eilte Max R. zum Hinterdeck. Am Horizont entschwand das Observatorium seinen Blicken. Die großen Hoffnungen einer von ihm geleiteten Expedition zerflossen in der Gischt am Heck des Lloyddampfers. Es war eine große Enttäuschung. Die politischen Verhältnisse hatten seinen Wunsch, eine wissenschaftliche Expedition zu leiten, schlagartig zunichte gemacht. Er spürte in diesen Tagen eine nie gekannte innere Leere. In dieser Situation begegnete er auf dem zurückfahrenden Dampfer der Kapitänstochter Else Meyerheine und verliebte sich in sie.



Geheimnisvolle Temperaturschwankungen
Das wissenschaftliche Programm der Spitzbergenexpedition 1912 bis 1913 sah meteorologische Beobachtungen, Messungen und Registrierungen vor... Die Schwierigkeiten zur Aufrechterhaltung des Betriebes der Wetterstation auf dem Thermometerberg hat Max R. in seinen Tagebuchaufzeichnungen vom 11.12.1912 geschildert:

"Ich zog mit Michaelis gegen zwei Uhr auf Schneeschuhen los. Es war stockfinster, nur die Silhouetten der Berge hoben sich leicht gegen den mit Wolken bedeckten aber vom Nordlicht schwach erhellten Himmel ab. Der Pulverschnee war durch Regen stark zusammengesunken. Michaelis verlor schon zu Anfang immer seine Schneeschuhe, deren Lederzug bald völlig vom Regen durchnässt war und immer vom Schuhzeug herunterrutschte. Wir erreichten in relativ kurzer Zeit den Aufstieg, zu dem das markante Profil des Berges uns hinreichend den Weg wies. Doch hier war auch Schluss mit der Verwendung unserer Schneeschuhe, da das schmale Tal sehr steil und mit tiefem Schnee erfüllt war. So mussten wir die Schneeschuhe an einer markanten Stelle zurücklassen.

Mit dem auffrischenden Südwind im Rücken gelang es uns, den letzten vereisten Anstieg zum Plateau zu erklimmen. Hier lag tiefer Schnee; meist sanken wir bis zu den Knien ein, an günstigen Stellen bis über die Knöchel. Mit viel Mühe arbeiteten wir uns durch Nacht und Schnee vorwärts. Wir orientierten uns daran, dass sich links vom Weg der langgestreckte Rücken des "Wartenberges" dahinzog, während rechts das Kauontal eine Grenze darbot, die nicht überschritten werden durfte. Wir waren gezwungen nach je 25 Schritten eine längere Pause einzulegen, teils um uns auszuruhen, teils um den Kurs bis zur nächsten Rast festzulegen. Von Norden her drang hier und da donnerähnliches Geräusch zu uns herüber – ein Zeichen, dass das eingesetzte Tauwetter den Schnee bewegte und Lawinen gelöst hatte. Vor diesen waren wir zwar sicher, da die von uns zu passierende Bergseite vereist war und außerdem nicht genügend Gefälle hatte, um gefahrbringende Schneemassen in Bewegung zu setzen.

Wir legten die 1,5 Kilometer Weg auf dem Plateau in etwa 2,5 Stunden zurück und befanden uns jetzt in der Nähe des Schneewehengletschers, aus dem der Bach des Kauontales seinen Ursprung nimmt. Ohne irgendetwas davon zu merken, befanden wir uns bald mitten auf dem Gletscher, der von tiefem Schnee bedeckt war, in den wir häufig bis zur Brust einsanken. Die Bergsilhouetten, die sich bisher leicht am Horizont abhoben, waren von dichtem Nebel verschleiert. Wir folgten nur dem "Drang nach oben", immer dort entlang, wo es am steilsten war. Zu unserem Glück lag hier nur etwa ein halber Meter tiefer Schnee. Denn in Nacht und Eis zu marschieren ist noch schwieriger wie in Nacht und Schnee, wo der durchbrechende Fuß Halt findet und dem einsamen Wanderer jedenfalls ein gewisses Gefühl der Sicherheit vorgespiegelt wird. Zwar konnten wir im Schnee sicher stehen, aber wie leicht konnte sich dieser Schnee auf der glatten Unterlage des vereisten Berghanges in Bewegung setzen!

Meter für Meter kamen wir vorwärts und als der Wartenberg mit seinem langgestreckten Berggrat erst unter uns lag, brach das dunkle Gewölk auf. Der zuckende Schein eines Polarlichtes erleuchtete die weite Gebirgslandschaft unter uns. Dort unten sahen wir das dunkle Wasser der Crossbai, nur hier und da mit Eisschollen bedeckt, begrenzt von dem bizarren Profil der Gebirgsketten. Die gespenstische Beleuchtung, die der weite Bogen des Polarlichtes über die Gegend warf, ließ uns auch Gegenstände in unserer Umgebung erkennen. Hier und da durchbrachen Felstrümmer und große Steinblöcke die glitzernde Schneedecke, in der sich der grünliche Schein des Polarlichtes widerspiegelte.

Inzwischen hatte der Wind noch mehr aufgefrischt und trieb dunkle Nebelschwaden vor sich her, die bald hier, bald da, die Aussicht verdeckten. Nur noch 100 Meter trennten uns von dem erstrebten Gipfel. Doch diese waren vereist. An den Rändern der alten Schneewehen hat sich der Raureif in armdicken Strähnen angesetzt, die uns entgegen starrten wie aufgestellte Bajonette. Mehr liegend wie stehend bewegten wir uns vorwärts, indem wir die Schuhspitzen möglichst tief in die vereiste Erde drückten. Mühsam schienen wir den Gipfel zu erreichen. Als ich den Kopf hob, da verlor plötzlich der zitternde Fuß seinen Halt und ich rutschte wieder abwärts. Nur mit Mühe gelang es mir diese Abfahrt zu stoppen. Mit neuem Mut stieg ich wieder hinauf, erleichtert um einige Hautfetzen, die das raue Eis als Opfer gefordert hatte. Endlich gelangten wir zum Gipfel, wo der Wind mit mehr als 30 Metern pro Sekunde wehte. Während der Wind unsere Jacken aufblähte, legte ich in aller Ruhe neue Registrierstreifen in die Instrumente ein, nachdem die beschriebenen Streifen, zerzaust und zerknittert, Platz in einer windfesten Tasche gefunden hatten. Ich zog die Uhrwerke auf. Ein leises Ticken verriet, dass sie gingen. Die Federn schrieben auf den neuen Registrierstreifen. Nun schloss ich die Hütte und wir verließen die Bergspitze, wo der Wind bis ins Mark der Knochen drang.

Till Eulenspiegel lachte, wenn er bergauf ging und weinte, wenn er bergab ging. Hier in Spitzbergen hätte er sicherlich recht gehabt. Man weiß nicht, wo man hintritt und noch viel weniger, wie tief man einsinkt. Eben noch glaubt man, dass eine vereiste Schneedecke das Körpergewicht trägt. Im nächsten Augenblick versinkt man bis an die Hüften im feuchten Schnee. Beim Bergaufsteigen geht das noch an – aber umgekehrt hat der Körper viel mehr Schwung. Da sinkt man tiefer und unangenehmer. Aber dies alles ließ sich ertragen. Langsam aber sicher ging es vorwärts. Da wir zunehmend ermüdeten, mussten wir nach jeweils zehn Schritten eine Ruhepause einlegen. Auf dem Plateau angelangt, konnten wir ein wunderbares Naturschauspiel beobachten: Ein prächtiges Polarlicht zog sich über den ganzen Himmel. Im Zenit erschien eine prächtige Krone, deren Strahlen zu tanzen schienen. Hinter uns lag nun der Thermometerberg, der sich grünlich-weiß vom dunklen Himmel mit funkelnden Sternen abhob. Wir streckten uns längs auf den feuchten Schnee und bewunderten die glänzende Erscheinung. Eine mit den steif gefrorenen Händen nach vielen vergeblichen Bemühungen entzündete Pfeife lieferte die echte Behaglichkeit, die nur durch die völlig nasse und teilweise gefrorene Bekleidung gestört wurde.

Schließlich setzten wir unseren Weg fort. Wir waren etwa acht Stunden unterwegs bei ca. sieben Kilometer Weglänge und sind nun erschöpft und hungrig. Endlich entdeckten wir die Laterne, die als Orientierungshilfe stets am Observatorium leuchtete, wenn ein Bewohner sich auf Tour befand. Neuer Mut beseelte uns und hurtig rutschten wir den letzten, vereisten Abhang hinunter. Schnell fanden wir unsere verlassenen Schneeschuhe wieder und rafften unsere letzte Kraft zusammen. Im Westen leuchtete ein Polarlicht, vor uns zitterte als feiner Lichtpunkt die Orientierungslaterne des Observatoriums. Schon eine halbe Stunde später saßen wir in unserem warmen Winterhaus und stärkten uns mit heißem Rum und Tee.




Rezensionen:

Den älteren Meteorologen wird "der Robitzsch", ein Bimetallaktinograph zur Messung der Gesamtstrahlung, sicherlich noch ein Begriff sein. Robitzsch hatte ihn während seines Aufenthalts am deutschen Observatorium auf Spitzbergen (1912–1913) entwickelt, wo er unter der Leitung von Kurt Wegener hauptsächlich aerologische Aufstiege durchführte.
Die geplante zweite Überwinterung (1914–1915) fiel kriegsbedingt leider aus, dennoch behielt Robitzsch Zeit seines Lebens das Interesse an der Polarforschung.

Während des Ersten Weltkrieges wurde er zunächst ins Luftschifferbataillon eingezogen, bevor er später eine Felddrachenwarte leitete. Nach dem Krieg kehrte er nach Lindenberg zurück, wo er nun unter anderem aerologische Beobachtungsmethoden und die Datenauswertung verbesserte. Auch entwickelte er aufgrund seiner reichhaltigen praktischen Erfahrung weitere Messgeräte. Daneben war er nach seiner Habilitation im Jahr 1928 zusätzlich als begeisterter Hochschullehrer in Berlin tätig. 1935 wurde er im neu gegründeten Reichsamt für Wetterdienst zum Leiter der Abteilung Aerologie berufen. 1937 erfolgte der Wechsel zur Leitung der Instrumentenabteilung und später zur Leitung der Wissenschaftlichen Abteilung.

Robitzsch' Nachkriegsschicksal war geprägt durch die amerikanische und russische Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung im Sommer 1948 bekleidete er für 16 Monate den Direktorenposten des Lindenberger Observatoriums. Schließlich erhielt er den Ruf auf den renommierten Lehrstuhl des Instituts für Geophysik in Leipzig. Zwei Jahre später starb Robitzsch an Herzversagen.

Steinhagen ergänzt diese biographischen Fakten durch unveröffentlichte Auszüge aus Robitzsch' Tagebüchern und sonstigen Aufzeichnungen aus seinem Nachlass. 86 Abbildungen, davon betreffen 36 den Spitzbergenaufenthalt, illustrieren seinen Lebensweg.
Ein Personenregister mit interessanten Kurzbiographien und ein ausführliches Literaturverzeichnis, das auch eine Übersicht von Robitzsch' Arbeiten enthält, sowie eine Chronologie der wichtigsten Fakten aus seinem Leben ergänzen die geschickt zusammengestellte detailreiche Biographie.

Sie liest sich sehr gut und ist jedem zu empfehlen, der sich für die Geschichte der Aerologie und des Deutschen Observatoriums auf Spitzbergen bzw. insbesondere auch für die Arbeiten am Aeronautischen (später: Aerologischen) Observatorium in Lindenberg interessiert.
Cornelia Lüdecke, Mitteilungen DMG -Deutsche Meteorologische Gesellschaft -, 01/09




Auf den Spuren der "Wettermacher"

Mit "Max Robitzsch – Polarforscher und Meteorologe" hat Hans Steinhagen aus Lindenberg jetzt sein drittes Buch vorgelegt. Diese Biografie zeichnet das Leben von Max Robitzsch (1887 bis 1952), der auch zwanzig Jahre am Observatorium in Lindenberg gewirkt hat, im Spannungsfeld der Zeitgeschichte nach.

"Ich hatte nicht vor, über jeden Leiter des Observatoriums eine ausführliche Biografie zu schreiben", sagt Hans Steinhagen, aus dessen Feder bereits "Der Wettermann" über den Gründer des Lindenberger Observatoriums sowie eine Sammelbiografie über alle Direktoren der Einrichtung bis 2005 stammen. Doch als er zufällig eine der beiden Töchter von Max Robitzsch traf, die zu Besuch in Lindenberg weilte, wo sie ihre Kindheit verbrachte, habe er Zugang zum Nachlass von Robitzsch bekommen, darunter Tagebücher und wertvolles Fotomaterial.
"Das hat mich gereizt, etwas über das Leben dieses Polarforschers und Meteorologen aufzuschreiben, der auch in Lindenberg seine Spuren hinterlassen hat", erklärt Hans Steinhagen. Entstanden ist ein 200 Seiten starkes, interessantes Buch, das durch historische Fotos und Dokumente illustriert wird.

Hans Steinhagen beschreibt das Leben von Max Robitzsch auf der Grundlage vieler bislang unbekannter Dokumente. Der Meteorologe wirkte – mit zweijähriger Unterbrechung – von 1914 bis 1934 am Observatorium, wo er sich zu einem Spezialisten der klassischen aerologischen Aufstiegsmethoden mit Drachen und Fesselballon entwickelte. Von 1948 bis 1950 war er Leiter dieser Einrichtung.
Der Leser des Buches erfährt auch eine Menge über die Geschichte des Observatoriums Lindenberg und die Lebensumstände im Ort, die für die junge Familie Robitzsch in den Anfangsjahren nicht immer einfach waren.

Im Januar wird Hans Steinhagen sein Buch auf einer Lesung in der Lindenberger Kirche vorstellen. Der Autor, der von 1975 bis 2004 selbst in der meteorologischen Forschung des Observatoriums tätig war und jetzt als Rentner mehr Zeit hat, sich mit der Geschichte des Observatoriums und Lindenbergs zu beschäftigen, hat schon ein viertes Buch im Visier: "Darin wird es um Episoden und Geschichten aus der Region gehen", verrät er.
Iris Stoff, Märkische Oderzeitung vom 2.12.2008


Ich habe mit großem Interesse Ihr Werk über meinen Großvater, Herrn Prof. Dr. M. Robitzsch gelesen ...dass es Ihnen hervorragend gelungen ist, die meinem Großvater eigene, humorvolle Art sehr gut dazustellen – trotz des fachlich ernsten Hintergrundes ... auch mein Onkel [der M. R. noch gekannt hat] ... war überrascht darüber, mit welcher Vielzahl von Problemen sich dieser Mann eigentlich auseinandergesetzt hat.
Lothar Hoenig, Gustow



© 2008 Hans Steinhagen