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Presseecho Dorfleben vor hundert Jahren Wenn es in einem Buch um das alltägliche Leben im Dorf geht, klingt das nicht unbedingt nach einem Bestseller. Doch die Erinnerungen Karl Ritters an seine Kindheit und Jugend in Jacobsdorf spielen nicht gestern oder heute, sondern vor hundert Jahren. Von dieser Zeit liest man sonst nur in Geschichtsbüchern, und dadurch kommt sie den wenigsten von uns wirklich nahe ... Nun erscheint die zweite Auflage die von Gabriele Lehmann um zahlreiche Bilder und den Stammbaum der Familie Ritter ergänzt wurde. Zudem hat sie Namen von Freunden und Bekannten, die Ritter nur am Rande bzw. mit Vornamen erwähnt, aus alten Kirchenbüchern recherchiert. Daher sei das Buch jetzt umfangreicher und besonders für Einheimische interessanter. Ritter beschreibt seine Kindheit und Jugend bis zum Ausbruch des I. Weltkrieges 1914. Er erzählt von seinen zwei Brüdern, die noch im Kleinkindalter starben, von der Schulzeit unter der Hand eines lieblosen Lehrers, vom Standesdünkel, der auch in einem kleinen Dorf tiefe Gräben zog zwischen Bauern und Büdnern ... und schließlich von seiner Militärzeit beim Telegraphen-Bataillon in Frankfurt - und das alles mit dem ungefilterten Blick, der nachfolgenden Generationen eine neue Sicht auf die Vergangenheit ermöglicht. Märkische Oderzeitung vom 11.02.2010 Blick in die Vergangenheit "Vor hundert Jahren in Jacobsdorf" basiert auf handschriftlich verfassten Erinnerungen von Franz Ritter. Dieser wurde 1892 in Jacobsdorf bei Frankfurt (Oder) geboren und verbringt hier seine Kindheit und Jugendzeit. Im Oktober 1912 meldet er sich freiwillig zum Militärdienst im Telegraphenbatataillon in der Dammvorstadt, dem heutigen Slubice. Kurz vor dem Ende seiner Militärzeit beginnt im Sommer 1914 der Erste Weltkrieg ... Nach Kriegsende verschlägt es ihn nach Berlin, er wird Beamter ..., heiratet, hat zwei Söhne. Das friedliche und glückliche Leben findet 1933 ein jähes Ende. Mit den neuen Machthabern hat er nicht viel im Sinn, was seine Entlassung als Postbamter zur Folge hat ... Seine Freude über das Kriegsende 1945 wird vom bitteren Beigeschmack über das Schicksal seiner Söhen getrübt. Beide kehren nicht zurück ... Für Franz bleibt Jacobsdorf stets Heimat und hier ist er auch begraben. Seine Erinnerungen - ursprünglich gedacht für seine Söhne - bleiben nun den Nachkommen der Überlebenden. Märkischer Sonntag vom 10.09.2006
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