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Rico Jalowietzki, Jahrgang 1974, Studium der Kulturwissenschaften |
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Das Geheimnis der Karpfenteiche ist ein Märchen aus Booßen bei Frankfurt (Oder) und wurde illustriert von Evelin Grunemann Rico Jalowietzki: Das Geheimnis der Karpfenteiche. Ein Märchen aus Booßen. Format 14,8 x 21 cm, Paperback, 74 Seiten mit 12 Illustrationen von Evelin Grunemann ISBN 978-3-939960-01-0 |
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| Der arme Bauernjunge Philipp wünscht sich nichts sehnlicher als eine Kutsche, mit der er auf weite Reisen gehen kann. Nur mit Hilfe der magischen Kräfte von Hexe Tara geht sein Traum in Erfüllung. Doch die Zauberin verlangt Gegenleistungen, die Philipp allesamt nicht erbringen kann. Zur Strafe belegt Tara den Bauernjungen mit einem Fluch. Philipp muss hinter das vom Mädchen Caroline gehütete Geheimnis der Booßener Karpfenteiche kommen, um der bösen Magie der Hexe entfliehen zu können. |
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| Philipp erschrak. So ein hässliches Wesen hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen. Tara war etwa zwei Meter groß, hatte Storchenbeine und Krähenfüße, die in goldenen Sommerschuhen steckten, die früher einer Prinzessin gehört haben mussten. Ihr Körper war in von Motten zerfressene Lumpen gehüllt ... Ihr Antlitz hatte eine dunkelbraun-lederige Haut mit derart tiefen Falten, dass sie Philipp an frisch gezogene Furchen auf einem Feld erinnerten. Die spitze Nase schien lang wie ein Hammerstiel zu sein. Die Hexe gähnte gelangweilt vor sich hin. Dabei konnte er sehen, dass sie nur noch einen einzigen verfaulten Eckzahn im Mund hatte. Tara fasste mit ihrer knochigen Hand nach Philipp. Er konnte ihre brüchigen Fingernägel in seiner Haut spüren. "Sag, bin ich nicht schön", sprach die Hexe in sanft-drohendem Ton zu ihm. Wenn ich jetzt lüge, dann ist sie mir vielleicht gewogen, dachte der Junge bei sich. Und so sah er auch über ihre Halbglatze und ihr davon strähnig herabhängendes rotes Haar hinweg. "Selten ist mir eine Frau mit so viel Anmut begegnet", heuchelte er. Tara lachte zufrieden und drehte ihren Körper vor Philipp hin und her. Weil du so nett zu mir bist, darfst du dir etwas wünschen", forderte die Zauberin ihn auf. |
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Mittlerweile hatte der Monat August begonnen. Da ging eines Abends plötzlich ein unüberhörbares Raunen durch Booßens Hauptstraße ... Caroline sah, dass sich fast alle Einwohner des Dorfes versammelt hatten. Eine prachtvolle Kutsche fuhr in den Ort ein. Die Leute verneigten sich tief, waren sie doch der festen Überzeugung, dass der König von Preußen in dem Gefährt saß. |
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| "Ich will dir einen zweiten Versuch gewähren. Beschaffe mir bis morgen Abend zwanzig seidene Sommerkleider", forderte Tara ihn auf. "Du weißt genau, dass ich das gar nicht schaffen kann", entgegnete Philipp. "Oder ich müsste die Sachen stehlen." "Ha, ha", lachte die Hexe überheblich. "Da wirst du dir wohl ein bisschen den Kopf zerbrechen müssen. Denke mal schön an deine so heiß geliebte Kutsche." Der Bauernjunge war den Tränen nahe. "Und nun troll dich", rief die Hexe. "Bis morgen Abend hast du nicht mehr viel Zeit." In seiner Not lief Philipp zur Dorfschneiderin Margarete. |
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© 2007 Rico Jalowietzki: Text; Evelin Grunemann: Zeichnungen |
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